Ingenieure und Sachverständige
Mainz - Berlin

Schäden an Tiefgaragenabdichtungen                                                         

„Hohe Beanspruchung aber meist wenig Sorgfalt“

Bsp. 1. Tiefgarage – intensiv begrünt

Sachverhalt:

Das folgende Beispiel zeigt die Unterseite einer Tiefgaragendecke, eines intensiv begrünten Innenhofes, einer Wohnanlage. Die Vegetationsschicht war ca. 70 cm stark, bepflanzt und als Spiel und Bewegungsfläche genutzt. Die braunen Verfärbungen sind Rostspuren aus ständigen Wassereinbrüchen.  Zur Minderung der Problematik wurden Regenrinnen, unter den Fugen der Decke, angebracht. Eine Maßnahme, die keine wirkliche Abhilfe schafft und das Problem lediglich auf später vertagt.

Eine Bauteilöffnung zeigt, dass keine Abdichtung, auf der Stahlbetonoberfläche, vorhanden war. Ein Filterflies wurde als Trennschicht aufgelegt. Die Fugen der Bauteile waren mit einer, wahrscheinlich aus Epoxidharz bestehenden, Abdeckung beklebt. Bewegungsmöglichkeiten, um Ausdehnungen aus Temperatur, Belastung oder ähnlichem auszugleichen, waren nicht ausgeführt. Die Abdichtung zeigt Rissbildungen mit den darunter liegenden Fugen.


Stellungnahme:  

Der damalige Planer verließ sich wohl auf seinen Beton, den er vermeintlich als wasserundurchlässig angesehen hatte. Die Prüfung der Statik ergab jedoch keinen Hinweis auf eine Ausbildung als einen solchen. Die Ausbildung der Fugen ist eher sträflich, da der verwendete Stoff den Anforderungen nicht gewachsen ist.